Im Jahr 2005 begann die Geschichte unseres Inklusionssport-Angebots. Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung sind seitdem mit vollem Einsatz und großer Begeisterung Teil unseres Vereins. Bei uns trainieren Jugendliche, Erwachsene, Jungseniorinnen und -senioren sowie Rentnerinnen und Rentner.
Wir sind Mitglied bei den Special Olympics Deutschland sowie im Behindertensportverband Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Medaillen und Meistertitel zeugen von der in effektiver Trainingsarbeit entwickelten Leistungsfähigkeit der Sportlerinnen und Sportler.
Die Leistungen unserer Handicaps auf und neben dem Tennisplatz, ihre ansteckende Lebensfreude, das hohe Engagement von Betreuern, Eltern und unserer Trainer sowie das soziale Engagement des Vereinsvorstandes führen dazu, dass gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung zu gelebter Selbstverständlichkeit geworden sind.
So richten wir auch jedes Jahr ein Inklusions-Turnier im „Unified-Modus“ aus. Hier bilden Menschen mit Beeinträchtigung jeweils ein Doppel mit Menschen ohne Beeinträchtigung und treten gegeneinander an. Ein Konzept, das sich im Tennis-Inklusionssport sein vielen Jahren bewährt hat.
Portrait eines inklusiven Tennisvereins
Die Gruppe der „Handicaps“, wie sich unsere Mitglieder mit Behinderung selbst nennt, setzt sich zusammen aus männlichen und weiblichen Jugendlichen, Erwachsenen und Jungsenior:innen/Rentner:innen. Die Mitglieder werden teilweise durch Eltern oder gerichtlich bestellte SozialarbeiterInnen sowie Heimbetreuer:innen der Wohnheimträger betreut. Das verlangt hinsichtlich aller Teilhabe-Aktionen eine umfangreiche Kommunikation zu den verschiedenen Betreuergruppen.
Steckbrief:
• Inklusion ist seit 2019 in der neugefassten Vereinssatzung verankert
• Inklusionsbeauftragter ist als Beirat im Vorstand tätig
• Inklusionsbeauftragter und Sportwart sind verantwortlich für die PSG
• Wir haben Mitglieder mit geistiger und Mehrfach-Behinderung (seit 2005) sowie Blinden- und Rollstuhltennis-
Athleten seit 2024
• Mitgliedschaft in: DTB, BRSNW, Special Olympics NRW
• Mitglied im Netzwerk „SSV Neuss Inklusionssportvereine“
• Entsendet zu allen nationalen und internationalen SO-Sportevent Athlet:innen und Unified Partner:innen
• Eintragung erfolgreicher Handicaps und Unified Partner im Golden Buch der Stadt
• Jährliche Sportlerehrungen (Athleten) der Stadt Neuss und des Rhein-Kreis Neuss
• Als inklusiver Tennissportverein ausgezeichnet durch
• Deutschen Tennisbund DTB 2022
• Kreissportbund Neuss 2024
• 3 qualifizierte Trainer mit der Reha-Lizenz für Sportangebote für Menschen mit geistiger Behinderung
Erfolge:
Ob bei den SOD Nationalen Spielen in Berlin 2022, den World Games 2019 in Abu Dhabi (u.a. Gold im Herren-Einzel), bei den Special Olympics Nationalen Spielen im Jahr 2018 in Kiel oder den mittlerweile zahlreichen SONRW-Landesspielen, unsere Handicaps sind immer mit vollem Einsatz und großer Freude bei der Sache und in herausragender Weise erfolgreich. Zahlreiche Medaillen und Meistertitel zeugen von der in effektiver Trainingsarbeit entwickelten Leistungsfähigkeit der Athlet:innen.
Teilnahme an Sportevents:
In Summe nimmt die Athletengruppe an ca. 5 bis 6 Sportevents im Sportjahr teil:
• inklusives Tenniscamp Ludwigshafen,
• Inklusionsturnier in Krefeld,
• Inklusionsturnier in Neuss
• NRW-Tenniscup, Inklusionsturnier SONRW in Dortmund
• Tennis für Alle; Gold-Krämer-Turnier in Köln/Weiden
• SO Landes-, Nationale- oder Weltspiele im jeweiligen Jahresturnus
Unsere eigenen Angebote:
Wir besuchen regelmäßig das „Tennis für Alle“-Turnier der Gold-Kraemer-Stiftung in Köln. Dadurch inspiriert, spielen wir neben unserem wöchentlichen Training viermal im Winter das inklusive Spielformat „Tennis für Alle“ in unserer vereinseigenen Tennishalle. Dazu laden wir unsere Freunde (Athlet:innen aus der Umgebung) ein, die über keine Halle verfügen, und natürlich laden wir ganz besonders unsere Mitglieder als Unified Partner ein. Anschließend ist geselliges Beisammensein in der Clubgastronomie.
Ausdrücklich wird seitens des Vereinsvorstands darauf geachtet, dass unsere Handicaps und Para-Sportler bei Vereinsveranstaltungen (Clubmeisterschaften, Feste, Grillabende, Fußball-Gucken, Platzaufbereitung Frühjahr/Sommer) sowie als Mannschaftsmitglieder in Medenmannschaften sowie Breitensportmannschaften teilnehmen und somit im Rahmen des möglichen Betreuungsprofils vollständig inkludiert sind.
Besonderheit des inklusiven Sports bei Mitgliedschaft von Menschen mit geistiger Behinderung:
Die durch die Menschenrechtskonvention und nachgeordnet gesetzlich geforderte vollständige Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen wird in der 2019 neugefassten Satzung des Vereins als Vereinsauftrag ausdrücklich bejaht und prägt das inklusive Vereinsprofil.
„Tennisspielen unter Freunden“ ist das uneingeschränkte integrative und inklusive Vereinsmotto.
Finanzierung:
Während einige Athlet:innen familiäre finanzielle und assistierende Unterstützung erhalten, sind andere Athlet:innen auf die Grundsicherung und gesetzlich zustehenden Assistenzleistungen der öffentlichen Hand angewiesen. Besonders Letzteren ist die kostspielige Teilnahme am Wintertraining in der Halle und an überregionalen Sportwettbewerben ohne Sponsoren- oder Unterstützungsleistungen durch Verein, Stiftungen, Arbeitgeber, Stadt und Kreis nicht möglich.
Öffentlichkeitsarbeit / Berichterstattung in Medien:
Es besteht eine feste Zusammenarbeit mit der Sportredaktion der NGZ/Rheinischen Post. Regelmäßig wird über das TC GW-Inklusionsturnier sowie die sportlichen Erfolge nach Rückkehr von den SO-Wettbewerben sowie nach Sportlerehrungen berichtet.
Der Inklusionsbeauftragte ist in Personalunion auch der Inklusionsbeauftragte des Stadtsportverband Neuss. In dieser zusätzlichen Funktion konnte auf übergeordneter Ebene eine Bestandsaufnahme aller identifizierten inklusiven Sportvereine erfolgen und ein inklusives Vereinsnetzwerk gegründet werden. Der TC GW ist somit Stützpunktverein im Tennis und treibende Kraft für die Vereinsentwicklung an Inklusion interessierter Nachbarvereine.
Erste Ergebnisse:
So gibt es jetzt für die Stadt Neuss in Bälde einen Jahressportkalender für inklusive Sportveranstaltungen aller Art.
Im Zusammenspiel der inklusiven Sportvereine werden nun Aktivitäten, Medienpräsenz, Eltern- und Lehrerberatung sowie das Einwerben von Sponsorengeldern (ohne gegenseitige Kannibalisierung) koordiniert.
"Tennis für Alle"
Tennis für Alle ist ein inklusives Spielangebot für alle Mitglieder des TC Grün Weiss Neuss und für unsere Freunde und Freundinnen des TC Stadtwald, die „Unifighters“. Das bedeutet: Der Schwerpunkt von Tennis für Alle liegt bei den gemeinschaftlich praktizierten Paralympischen-Sportarten „Rollstuhltennis“, „Blinden-Tennis“ und „Special Olympics-Tennis“.Alle spielen mit Allen Tennis, aber in erster Linie miteinander im Hinblick auf ein gelingendes Spiel – und, wo es passt, auch wettbewerblich gegeneinander.
Tennis für Alle ist ein besonderes Angebot vor allem an Kinder und Jugendliche sowie erwachsenen Spieler:innen, die Erfahrungen als Unified Partner:innen im inklusiven Tennissport sammeln wollen und sich in der Buddy-Rolle wohlfühlen. Zudem lernen alle Unified Partnetr:innen die Besonderheiten des Rolli- und Blinden-Tennis kennen. Das könnte die erste Stufe von neuen inklusiven Spielpartnerschaften sein.
Gemeinsames Ziel ist die Freude am gelingenden Zusammenspiel sowie die Freude an der sichtbaren Weiterentwicklung unserer Spielpartnerschaften.
Wir wenden das „Unified-Doppel“-Spielformat (gemischte Doppel: ein Athlet mit Einschränkungen spielt Doppel mit einem Spieler ohne Einschränkungen) in allen o.g. Tennisformen an. Geübtere Jugendspieler:innen sind für dieses Spielformat eine wichtige Spielergruppe, denn sie können wunderbar Brücken zwischen allen Teilnehmenden bauen.
Das Inklusionsturnier des TC GW Neuss lockt in seiner zehnten Auflage mit einer Premiere auf den Tenniscourt.
NEUSS | Auch nach einem Jahrzehnt ist das Inklusions-Tennisturniers des TC Grün-Weiss Neuss noch hip, hat sich mit dem Slogan „All Inklusiv“ sogar ein frisches Motto verpasst. Für die Jubiläumsausgabe am Samstag ab 10 Uhr auf der Ludwig-Wolker-Sportanlage, bei der 30 Aktive mit geistigen Beeinträchtigungen mit Unified-Partnern und -Partnerinnen als Team Tennis spielen, hat sich der Klub etwas ganz Besonderes vorgenommen: Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Reiner Breuer und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gibt es ein Rollstuhl-Demo-Tennismatch zu sehen. In dem stehen sich der amtierende Deutsche Meister Toni Dittmar und sein Nationalmannschaftskollege Christoph Wilke gegenüber. „Dass unsere Freunde des Paralympischen Tennissports im DTB uns in dieser Weise ehren und unterstützen, finde ich großartig“, sagt Hans Joachim Schell, Inklusionsbeauftragter des TC GW Neuss.
Für sein mittlerweile 17-jähriges Engagement im Inklusionssport ist der TC GW Neuss vom Deutschen Tennisbund gerade erst zum „Inklusionsverein des Jahres 2022“ gekürt worden. Bei den in Hamburg ausgetragenen European Open hatte DTB-Präsident Dietloff von Arnim für den Deutschen Tennis-Bund (DTB) und die Gold-Kraemer-Stiftung den im Rahmen des Projekts „Tennis für Alle“ zum ersten Mal verliehenen Award überreicht. Gesucht wurden dabei Tennisvereine, die die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung fördern, inklusive Trainings- und Wettkampfangebote machen damit zu einem gelungenen inklusiven Vereinsleben beitragen. Der TC GW Neuss habe „durch sein herausragendes Engagement und durch ein ganzjähriges Konzept gezeigt, wie Inklusion nicht nur auf dem Platz, sondern im Tennisverein gelebt wird“, begründet Dr. Sebastian Projahn, DTB-Vizepräsident für Sportentwicklung, die Entscheidung der Fachjury.
Das Turnier in Neuss meldet mit 61 Aktiven mal wieder „ausverkauft“. – „Spiel, Spaß und Lebensfreude pur – das sind die Zutaten, die dieses Turnier jedes Jahr für die Teilnehmenden zum besonderen Erlebnis machen,“ sagt Andreas Grüne, Unifight-Partner des Handicap-Spielers Jörg Schröder, der nur für diese Veranstaltung aus Hannover anreist. „Die Turniergäste erwartet spektakulärer Sport von Athleten mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen auf teilweise sehr hohem Niveau“, verspricht Schell. Denn auch die Handicaps und Unifighters aus Neuss (Athleten mit geistigen Beeinträchtigungen) sind mit vielen Medaillen von den im Juni ausgetragenen National Games aus Berlin an den Rhein zurückgekehrt. Schell: „Sie haben dort ihre Leistungsfähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“
Die Intension: Gästen und Turnierteilnehmern soll die Breite des Behindertensports im Tennis zumindest ansatzweise präsentiert werden. „Mal sehen, wann wir auch die weiteren Para-Disziplinen Blinden- und Gehörlosentennis vorstellen können“, sagt Schell, weiß aber schon jetzt: „Das wird noch etwas Zeit brauchen, denn auch bestehende Barrieren auf unserer in den 1960er-Jahren gebauten Sportanlagen werden sichtbar.“ Er fügt indes an: „Wir haben uns auf den Weg gemacht. Den schrittweisen Abbau von Barrieren für Athleten und Besucher haben sich der Stadtsportverband und die Stadt Neuss im Rahmen des Host Town Programms 2023 bei ausgesuchten, bereits inklusiv genutzten Sportanlagen, mit Förderunterstützung durch die ,Aktion Mensch’ vorgenommen.“
Foto: Unbändige Freude: Tennisspieler Jörg Schröder (l.) reist aus Hannover an, um am Samstag mit seinem Unified-Partner Andreas Grüne am Jubiläumsturnier in Neuss teilzunehmen. © GW NEUSS, DIRK SITTERLE
INFO
Rollstuhltennis gibt es schon seit 46 Jahren
Grundsätzlich: Rollstuhltennis gibt es seit 1976. Seit 1992 ist es paralympisch und seit 1998 offizieller Teil der International Tennis Federation (ITF).
Verbreitung: Die vom Amerikaner Brad Parks entwickelte Sportart ist mittlerweile in über 80 Ländern auf allen Kontinenten zu Hause.
Besonderheit: Zusätzlich zur Kontrolle von Schläger und Ball ist auch der Sportrollstuhl zu beherrschen. Er dieser Dreiklang ermöglicht Rollstuhltennis sogar als Hochleistungssport.
Foto: In Toni Dittmar gewährt der Deutsche Meister am Samstag sicher interessante Einblicke ins im Rhein-Kreis noch eher unbekannte Rollstuhltennis, © DTB
VON DEUTSCHER TENNIS BUND 22. 7. 2022:
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) und die Gold-Kraemer-Stiftung haben im Rahmen des „Tennis für Alle“-Projektes zum ersten Mal den Award „DTB Inklusionsverein des Jahres“ verliehen. In Anerkennung besonderer Leistungen zur Förderung der Inklusion im Tennissport wurde der Preis dem TC Grün-Weiss 1963 Neuss im Rahmen der Hamburg European Open von DTB-Präsident Dietloff von Arnim überreicht.
Gesucht wurden Tennisvereine, die die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung fördern, inklusive Trainings- und Wettkampfangebote anbieten und damit zu einem gelungenen inklusiven Vereinsleben beitragen. Der TC Grün-Weiss 1963 Neuss überzeugte die Fachjury um Dr. Sebastian Projahn (DTB-Vizepräsident Sportentwicklung), Dr. Volker Anneken (Geschäftsführer Gold-Kraemer-Stiftung), Niklas Höfken (DTB-Referent für Inklusion und Parasport und Projektleiter für Tennis für Alle in der Gold-Kraemer-Stiftung), Fabienne Bretz (DTB-Referatsleiterin Sportentwicklung) und Britta Wend (Rollstuhltennis Nationalmannschaft) mit seinem inklusiven Konzept.
„Wir haben uns sehr über die vielfältigen Bewerbungen gefreut. Die Tennisvereine leisten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung im Tennissport. Wir gratulieren dem TC GW 1963 Neuss, der durch sein herausragendes Engagement und durch ein ganzjähriges Konzept zeigt, wie Inklusion nicht nur auf dem Platz, sondern im Tennisverein gelebt wird“, begründet Dr. Sebastian Projahn, DTB-Vizepräsident für Sportentwicklung, die Entscheidung.
„Inklusion ist eine Bereicherung für alle Mitglieder"
„Die Auszeichnung „Inklusionsverein des Jahres“ durch den DTB hat uns hier alle außerordentlich gefreut, insbesondere unsere Athlet:innen mit Beeinträchtigungen, ihre Trainer:innen, Betreuer:innen und ehrenamtliche Unterstützer:innen. Unser integratives und inklusives Vereinsmotto ‚Tennis spielen unter Freunden‘ wird bei uns im Verein umfassend gelebt und ist einer Bereicherung für alle Mitglieder“, freut sich der 1. Vereinsvorsitzende Michael Ritters, für den die Integration der Handicaps – wie sich die Gruppe selber nennt – bei allen Vereinsveranstaltungen hohe Priorität hat.
Bereits 2005 begann die Geschichte der Inklusion im TC GW Neuss als sich 19 Menschen mit geistiger Beeinträchtigung dem Verein anschlossen. Seitdem ist Inklusion beim TC Grün-Weiss 1963 Neuss zur gelebten Selbstverständlichkeit geworden. Neben Spiel- und Trainingsangeboten sowie der Teilnahmemöglichkeit an Medenspielen und Veranstaltungen, richtet der Verein seit nunmehr zehn Jahren ein Inklusionsturnier auf seiner Anlage aus. Seit 2019 ist Inklusion sogar fest in der Vereinssatzung verankert.
Foto: (von rechts nach links) Dietloff von Arnim, Präsident des DTB, Tim Jaeschke, Athlet, Joachim Schell, Inklusionsbeauftragter, © Witters
Jean-Pullen-Weg 41464 Neuss
Tel.: 021 31 - 436 33
(Mo. - Fr. 9.00 - 12.00 Uhr)
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